Minimal-invasive Tumortherapie (MITT)

Klinik für Radiologie der Charité – Universitätsmedizin Berlin

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Literatur

  1. Shaldon S, Silva H, Pomeroy J, Rae AI, Rosen SM. Percutaneous femoral venous catheterization and reusable dialysers in the treatment of acute renal failure. Trans Am Soc Artif Intern Organs. 1964;10:133-5. PubMed PMID: 5878400.
  2. Hollenbeck M, Mickley V, Brunkwall J, Daum H, Haage P, Ranft J, Schindler R, Thon P, Vorwerk D. Gefäßzugang zur Hämodialyse. Der Nephrologe 2009, Volume 4, Issue 2, pp 158-176
  3. Graham AS, Ozment C, Tegtmeyer K, Lai S, Braner DA. Videos in clinical medicine. Central venous catheterization. N Engl J Med. 2007 May 24;356(21):e21. PubMed PMID: 17522396.
  4. Ortega R, Song M, Hansen CJ, Barash P. Videos in clinical medicine. Ultrasound-guided internal jugular vein cannulation. N Engl J Med. 2010 Apr 22;362(16):e57. doi: 10.1056/NEJMvcm0810156. PubMed PMID: 20410510.
  5. Seldinger SI. Catheter replacement of the needle in percutaneous arteriography; a new technique. Acta radiol. 1953 May;39(5):368-76. PubMed PMID: 13057644.
  6. O'Grady NP, Alexander M, Burns LA, Dellinger EP, Garland J, Heard SO, Lipsett PA, Masur H, Mermel LA, Pearson ML, Raad II, Randolph AG, Rupp ME, Saint S; Healthcare Infection Control Practices Advisory Committee. Guidelines for the prevention of intravascular catheter-related infections. Am J Infect Control. 2011 May;39(4 Suppl 1):S1-34. doi: 10.1016/j.ajic.2011.01.003.
  7. O'Grady NP, Alexander M, Dellinger EP, Gerberding JL, Heard SO, Maki DG, Masur H, McCormick RD, Mermel LA, Pearson ML, Raad II, Randolph A, Weinstein RA. Guidelines for the prevention of intravascular catheter-related infections. Centers for Disease Control and Prevention. MMWR Recomm Rep. 2002 Aug 9;51(RR-10):1-29.
  8. Gebauer B, Beck, Wagner HJ. Zentralvenöse Katheter: Diagnostik von Komplikationen und therapeutische Optionen. Radiologie up2date 2008; 8(2): 135-154 DOI: 10.1055/s-2007-995703
  9. National Kidney Foundation KDOQI – 2006 Updates Clinical Practice Guidelines and Recommendations ,http://www.kidney.org/professionals/kdoqi/pdf/12-50-0210_JAG_DCP_Guidelines-VA_Oct06_SectionC_ofC.pdf
  10. Zieschang M, Erben B, Höffler D, Niemeyer R, Schielke DJ, Siebold G, Strack G. The Demers atrial catheter: experience with a single-lumen silicone catheter as short- and long-term access for hemodialysis. Clin Nephrol. 1995 Aug;44(2):113-7. PMID: 8529298

 

Video

Video 1 – Darstellung der ultraschallgestützten venösen Punktion rechts oberhalb des Schlüsselbeins (Der Kopf des Patienten befindet sich im Video auf der linken Seite). Der Interventionsradiologe verfolgt das Einführen der Nadel auf dem Ultraschallmonitor. Dort ist die Vene dunkel dargestellt, während die Nadelspitze als heller Punkt abgebildet ist. Sobald der helle Punkt innerhalb des Gefäßes erscheint, sieht der Radiologe, dass das Gefäß erfolgreich angesteuert wurde. Zusätzlich wird die korrekte Lage durch Anzug von etwas Blut überprüft bevor mit der Katheteranlage fortgefahren wird. (Video freundlicherweise von Dr. de Bucourt zur Verfügung gestellt)

 

Demers- oder Vorhofkatheter

 

Der Demers- oder Vorhofkatheter ist ein getunnelter zentralvenöser Katheter, der überwiegend zur Dialyse benutzt wird. Für die Dialyse werden hohe Flussraten (Volumen pro Zeit) benötigt, so dass die Katheter einen größeren Durchmesser im Vergleich zu den übrigen zentralvenösen Kathetern haben.

 

Gegenüber den nicht getunnelten Dialysekathetern (Shaldon) hat der Demers- oder Vorhofkatheter den Vorteil, dass er durch den langen Verlauf unterhalb der Haut (subkutane Tunnelung) eine gute Barriere vor eindringenden Keimen besitzt und somit länger im Patienten verbleiben kann. Darüber hinaus ist mit einem Demers-Katheter eine ambulante Dialysetherapie möglich.

 

Abbildung 1: Demers- oder Vorhofkatheter. Die Spitze dieses Katheters wird für einen hohen Blutfluss im rechten Herzvorhof platziert.

 

Für die Hämodialyse (Blutwäsche) werden sehr hohe Blutflüsse (Volumen pro Zeit) benötigt. Zur langfristigen Hämodialyse wird die Anlage einer chirurgischen Verbindung zwischen einer Armarterie und -vene (Shunt oder Dialyseshunt) empfohlen. Nach der Operation kann der Dialyseshunt in der Regel nicht sofort benutzt werden, sondern muss bis zur Verwendung für die Dialyse „reifen“. Zur Überbrückung dieses Intervalls ist der getunnelte Dialyse-Vorhofkatheter (Demers) hervorragend geeignet. Dieser Katheter wird Vorhofkatheter (da die Katheterspitze im rechten Vorhof ist) oder Demers-Katheter (nach dem Erstbeschreiber) genannt. Heute weisen diese Katheter meist zwei im Inneren des Katheters separat verlaufende Kanäle (Lumen) auf. Hierdurch kann die Dialysezeit verkürzt werden, indem der Dialysemaschine durch das eine Lumen Blut zur Reinigung zugeführt werden kann und durch das zusätzliche Lumen gleichzeitig in gegensätzlicher Richtung dem Körperkreislauf bereits gereinigtes Blut wieder zugeführt werden kann.

 

Heutzutage besteht der Kunststoffschlauch meistens aus Polyurethan, seltener auch aus Silikon. Wie bei anderen zentralvenösen Kathetern ist das Material so gewählt, dass es möglichst hautverträglich ist, gleichzeitig bei Flexibilität kaum Knickneigung zeigt, von der Oberflächenbeschaffung möglichst unattraktiv für potentielle Keimbesiedlung ist und den normalen (laminaren) Blutfluss möglichst wenig stört. Der äußere Durchmesser des getunnelten Katheters beträgt meist 13 - 16 F (entspricht 4,5 - 5,5 mm). Zum Schutz vor unbeabsichtigtem Verrutschen (Dislokation), beispielsweise im Schlaf, wird der Katheter am Patienten befestigt (per Fixationsnaht und/oder Fixationspflaster).

 

Welche Gründe (Indikationen) gibt es für einen Demers- oder Vorhofkatheter?

 

Ein getunnelter Demers- oder Vorhofkatheter wird überwiegend zur Dialyse (insbesondere Hämodialyse), z. B. bei Niereninsuffizienz, gelegt.

 

Wie funktioniert die Anlage eines Demers- oder Vorhofkatheters im Allgemeinen und welche Besonderheiten bietet die Anlage in unserer Interventionsradiologie?

 

Allgemein erfolgt die Katheterimplantation unter örtlicher Betäubung am Hals oberhalb des Schlüsselbeins (Eintrittsstelle des Katheters in zentrale Vene) und an der seitlichen vorderen Brustwand (Katheteraustrittsstelle aus dem Körper) – in der dazwischen liegenden Strecke verläuft der Katheter „getunnelt“ unterhalb der Haut (subkutan). Seltener befindet sich die Gefäßeintrittsstelle auch unterhalb des Schlüsselbeins und in wenigen begründeten Fällen auch an der Leiste (die Katheteraustrittsstelle wird dann entsprechend angepasst). Grundsätzlich kann die Gefäßpunktion in Kenntnis der Anatomie blind oder ultraschallgestützt in keimarmer Umgebung erfolgen.

 

Für unsere Interventionsradiologie gelten folgende Besonderheiten:

  • Die Anlage erfolgt stets und sterilen Bedingungen (Prinzip der maximalen sterilen Barriere) nach sorgfältiger Hautdesinfektion und Abdeckung, in steriler Kleidung und Handschuhen inklusive Mundschutz und Haube.
  • Die Anlage kann unter lokaler Betäubung oder umfangreicherer Medikation bis hin zur Vollnarkose durch einen Anästhesisten erfolgen.
  • Die Gefäßpunktion erfolgt zur Vermeidung von Komplikationen stets ultraschallgestützt (siehe Abbildung 2 sowie Video 1; detaillierte sehenswerte Video-Dokumentationen zur ultraschallgestützten Venenpunktion finden sich z. B. im New England Journal of Medicine (3, 4)).
  • Die Katheteranlage erfolgt stets unter Anwendung einer möglichst sicheren und schonenden Katheterplatzierungs-Technik (Seldinger Technik (5)) unter röntgenologischer Sichtkontrolle.
  • Zum Abschluss erfolgt noch auf dem Implantationstisch eine röntgenologische Kontrollaufnahme um Komplikationen (z. B. einen Pneumothorax) nach Möglichkeit auszuschließen.

 

 

 

Abbildung 2 – Die Abbildung zeigt den Zeitpunkt der ultraschallgestützten Venenpunktion rechts oberhalb des Schlüsselbeins (der Kopf des Patienten befindet sich im Bild auf der linken Seite). Auf dem Ultraschallmonitor (rechte Bildseite) erscheint die Vene (langer dünner Pfeil im Monitorbild) dunkel und lässt im Inneren einen hellen Punkt erkennen. Dieser Punkt entspricht der Nadelspitze und zeigt an, dass das Gefäß erfolgreich angesteuert wurde. Zusätzlich wird die korrekte Lage durch Anzug von etwas Blut überprüft bevor mit der Katheteranlage fortgefahren wird.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wie lange kann ein Demers- oder Vorhofkatheter verwendet werden?

 

Getunnelte zentralvenöse Katheter weisen meist eine maximale Liegedauer von drei bis zwölf Monaten auf. Bei fehlenden Alternativen kann die Liegedauer im Einzelfall verlängert werden.

 

Sollten Sie Fragen zu diesem Thema haben, können Sie sich gerne jederzeit an uns wenden. Wir helfen Ihnen gerne!